7 Milliarden Menschen leben auf der Erde. Angenommen, 5% von ihnen sind LGBT, so ergibt das 350 Millionen LGBT weltweit - eine Menge Leute. Das sind mehr als die gesamte Bevölkerung der Vereinigten Staaten. Wir tauchen zwar immer wieder in den Nachrichten auf, aber was wirklich vor sich geht, weiß niemand. Die meisten vorhandenen Daten beschreiben uns eher in abstrakter Weise und beschäftigen sich nicht mit der Zufriedenheit des Einzelnen. Weltweit vergleichbare Daten darüber, wie das Leben aus der Sicht von Schwulen aussieht, gibt es nicht.


Vorstellung des Gay Happiness Index (GHI)


Wir haben drei Hauptthemen kombiniert, um ein weltweites Ranking an schwuler Zufriedenheit zu erstellen:

Öffentliche Meinung

Wie bewerten schwule Männer die gesellschaftliche Sicht auf Homosexualität?

Öffentliches Verhalten

Wie fühlen sich schwule Männer durch andere Menschen behandelt?

Zufriedenheit

Wie zufrieden sind schwule Männer mit ihrem Leben, und akzeptieren sie sich selbst?

Land Rang GHI Öffentliche Meinung Öffentliches Verhalten Zufriedenheit Veränderung der Situation im letzten Jahr Schlechter/Gleich/Besser Teilnehmer
Punktzahl von 0 - 100
Iceland 1 79 87 73 76 123
Norway 2 77 78 73 78 520
Denmark 3 76 78 71 78 469
Sweden 4 73 75 68 75 619
Uruguay 5 73 64 74 80 53
Canada 6 72 75 66 74 691
Israel 7 71 69 71 74 337
Netherlands 8 71 67 67 79 3012
Switzerland 9 70 66 67 77 3158
Luxembourg 10 70 65 66 78 283
New Zealand 11 69 69 65 74 168
Finland 12 69 67 66 74 664
Spain 13 68 65 65 74 3735
Germany 14 68 64 64 75 29325
Argentina 15 67 60 65 76 293
Thailand 16 67 62 68 71 1549
Belgium 17 67 62 64 75 2755
Czech Republic 18 66 59 70 70 545
Austria 19 64 57 62 73 2509
Australia 20 64 61 60 70 602
France 21 63 55 63 71 7047
South Africa 22 63 57 61 71 252
United Kingdom 23 63 62 60 66 1520
Andorra 24 62 55 64 66 25
Ireland 25 62 57 62 66 415
United States 26 61 57 58 67 1236
Malta 27 61 52 62 68 198
Réunion 28 60 50 61 70 43
Cuba 29 59 46 59 71 166
Costa Rica 30 58 43 56 74 70
Curaçao 31 57 41 64 65 22
Mexico 32 56 45 53 71 575
Portugal 33 56 44 59 66 504
Taiwan 34 54 45 63 55 172
Cambodia 35 54 40 59 62 56
Chile 36 53 38 55 66 142
Slovenia 37 52 35 61 61 396
Colombia 38 51 34 54 66 407
Brazil 39 51 37 53 64 673
Italy 40 51 27 62 63 9887
Philippines 41 50 40 53 57 4947
Estonia 42 50 29 58 62 286
Japan 43 50 27 61 61 194
Ecuador 44 50 33 54 62 136
Venezuela 45 48 29 51 65 215
Suriname 46 48 19 60 64 20
Slovakia 47 47 23 58 62 400
Bolivia 48 47 27 49 66 31
Hungary 49 47 22 58 59 2112
Djibouti 50 46 25 58 56 21
Poland 51 46 23 57 58 1988
Vietnam 52 45 32 55 48 218
Greece 53 45 21 56 59 2861
Madagascar 54 45 20 54 60 48
Panama 55 44 23 48 62 34
Peru 56 44 24 49 59 317
South Korea 57 43 18 55 55 83
Namibia 58 43 26 47 54 31
Croatia 59 42 22 52 52 560
Myanmar 60 42 22 50 54 52
El Salvador 61 42 17 48 60 23
Kuwait 62 42 19 52 53 46
China 63 41 25 54 44 512
Singapore 64 41 20 52 51 534
Romania 65 41 13 55 55 2482
Bulgaria 66 41 17 53 53 675
Nepal 67 41 21 55 46 56
Qatar 68 40 12 55 54 47
Guatemala 69 40 16 49 56 27
Latvia 70 40 12 53 56 289
Cyprus 71 40 17 51 52 351
Lithuania 72 40 15 49 56 242
Indonesia 73 40 17 57 46 867
Dominican Republic 74 40 21 45 53 61
Nicaragua 75 39 25 40 52 51
Mauritius 76 39 15 52 50 187
Malaysia 77 38 15 51 50 1421
Benin 78 38 24 46 45 52
Honduras 79 38 20 39 55 23
Belarus 80 37 9 52 51 117
India 81 37 16 46 50 7183
Turkey 82 37 15 45 52 1767
Ukraine 83 37 10 50 51 359
Oman 84 37 10 51 50 41
United Arab Emirates 85 37 9 51 51 260
Ivory Coast 86 36 15 47 47 116
Russia 87 36 10 50 50 1312
DR Congo 88 36 9 45 54 30
Serbia 89 36 12 51 45 1732
Sri Lanka 90 35 12 45 49 180
Tunisia 91 35 12 46 46 269
Montenegro 92 35 11 53 40 118
Moldova 93 35 9 49 45 101
Albania 94 34 11 46 46 66
Jordan 95 34 13 44 46 45
Brunei 96 34 13 52 38 21
Georgia 97 34 11 46 44 78
Uzbekistan 98 33 4 49 47 20
Lebanon 99 33 10 43 46 132
Azerbaijan 100 33 8 45 46 41
Saudi Arabia 101 33 8 45 45 201
Bosnia-Herzegovina 102 33 8 45 46 419
Macedonia 103 33 10 46 41 246
Morocco 104 33 10 44 44 738
Algeria 105 32 9 45 44 330
Kenya 106 32 11 39 47 111
Maldives 107 32 10 48 39 37
Senegal 108 32 10 45 41 112
Mali 109 31 10 48 36 21
Zimbabwe 110 31 6 36 50 22
Tanzania 111 30 8 37 44 41
Bangladesh 112 30 9 36 44 48
Pakistan 113 30 13 37 40 47
Armenia 114 30 5 45 39 44
Egypt 115 29 7 37 44 180
Kosovo 116 29 11 36 40 51
Burkina Faso 117 29 6 40 41 22
Kazakhstan 118 29 5 37 44 81
Ghana 119 27 13 36 33 85
Cameroon 120 27 11 32 37 186
Iran 121 26 10 31 36 65
Nigeria 122 25 6 32 37 92
Iraq 123 24 13 33 26 26
Kyrgyzstan 124 22 7 26 33 20
Ethiopia 125 22 6 32 27 31
Sudan 126 20 6 27 26 29
Uganda 127 20 6 23 30 25


Detaillierte “Heat Maps” anhand von Geo-Daten

Wir wissen, dass die Situation selbst innerhalb eines Landes unterschiedlich sein kann; die Lebensumstände von Männern in Städten unterscheiden sich oft erheblich von denen auf dem Lande. Dank neuester Technologie können wir die Teilnehmer bitten, uns ihre geolokalen Daten zu geben. Dadurch können wir die Ergebnisse detaillierter als je zuvor abbilden.


Interessante Fakten

Klicke auf einen Graphen, um ihn in voller Größe anzuzeigen.

Die Daten sind frei verfügbar

Wir sind ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Weder sind wir Wissenschaftler, noch sehen wir uns in der Lage, selbst die einzig gültige, abschließende Analyse zu erstellen. Um weitere Rückschlüsse zu ziehen, machen wir die vollständige Version des GHI data für jedermann öffentlich.

Verfahren

Die Umfrage wurde in 25 Sprachen angeboten und richtete sich an alle Teilnehmer der PlanetRomeo-Plattform (etwa 1,8 Millionen). Alle Teilnehmer sind 18 Jahre oder älter und überwiegend schwul oder bisexuell. Der Datenschutz ist gewährleistet durch einen vollständig anonymen Fragebogen, konsequent undeutlich gemachte Geopositionen und die Darstellung der Daten in ausschließlich zusammengefasster Form. Weitere Informationen zu den gewählten Verfahren finden sich im ausführlichen Bericht.

Ausblick

Grundlegende Menschenrechte für LGBT und ihr persönliches Glück ist ein andauernder Kampf. Wir werden den Finger auf jeden Fall weiter am Puls haben und planen für die Zukunft eine Neuauflage der Umfrage.

Über PlanetRomeo

PlanetRomeo ist eine von Schwulen betriebene weltweite Community für Sex, Freundschaft und Liebe. Zu ihr gehören Millionen Schwule, Bisexuelle und Transgender mit den verschiedensten Lebensstilen: jung und alt, reich und arm, von offen bis ungeoutet.

Als schwule Männer in Amsterdam schätzen wir uns glücklich, heute ein großes Maß an Freiheit genießen zu können. Wir können diese Freiheit wahrnehmen, weil Generationen vor uns für Gleichberechtigung gekämpft haben. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass in mehr als jedem dritten Land der Welt LGBT offiziell noch immer als Kriminelle angesehen werden; in sieben Ländern droht ihnen gar die Todesstrafe.

Regelmäßig schreiben uns Männer aus der ganzen Welt und beschreiben die Ungerechtigkeiten, unter denen sie zu leiden haben. Häufig werden wir dabei um Hilfe gebeten. Doch was können wir tun?

"In der Schule wurde ich so gemobbt, dass ich selbst sieben Jahre später noch Wunden habe. Noch immer bin ich verletzt und wünschte, ich könnte die Diskriminierung verschwinden lassen. Leute in meiner Umgebung begehen Selbstmord. Sind wir denn keine Menschen? Die Schwulenfeindlichkeit derjenigen, die das Land regieren, ist völlig verrückt."
(Akshat, 24, Indien)
"Vor einigen Monaten wurde ich wegen meines Schwulseins angegriffen. Die Angreifer wollten mich töten, weil ich schwul bin und ihre Kultur beschmutze. Ich konnte fliehen und bin nun in Botswana, was ebenfalls sehr schwierig ist, denn auch hier sind Schwule alles andere als willkommen. Ich schreibe, weil ich wissen will, ob ihr mir helfen könnt, Sicherheit und Frieden zu finden."
(Anonymous, Kenia)
"Ich dachte immer, die Welt sei für jedermann ohne Ausnahme ein wunderbarer Ort. Ich habe aber schnell gelernt, dass das nicht so ist. Ich bin Menschen gegenüber nicht mehr aufgeschlossen, ich lächel nicht mehr, möchte meine Freunde aus der Schulzeit nicht mehr treffen."

(Chris, 28, Polen)

115.000 schwule Männer berichten

Dank Internet können schwule Online-Communitys wie PlanetRomeo schwulen Männern Hilfe bieten, die sie woanders nicht finden. Mit 1,7 Millionen Mitgliedern weltweit haben wir sowohl Zugang zur Zielgruppe als auch die Mittel, diese Art von Forschung erstmalig zu betreiben. Die unglaubliche Zahl von 115.000 schwulen Männern aus aller Welt hat sich an der Umfrage beteiligt. Unser ganz besonderer Dank für dieses großartige Ergebnis geht an alle Teilnehmer! Wir haben die Forschungsarbeit initiiert und dazu mit der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zusammengearbeitet, die einen geeigneten Fragebogen erstellte und die Umfrage ausführte.


PlanetRomeos Sicht der Dinge

Sowohl in Nord- und Südamerika, als auch in Südostasien scheinen sich die Dinge zum Positiven zu verändern. Das sind gute Neuigkeiten! Europa zeigt eine große Vielfalt, vom 'schwulen Himmel auf Erden' (Skandinavien) im Norden bis zum 'schwulen Drama' (auf dem Balkan) in südöstlicher Richtung. Die Lage in Afrika, Zentralasien und dem Nahen Osten ist deprimierend, allerdings keine große Überraschung. Allgemein hat uns die Anzahl der Länder schockiert, in denen sich die Situation verschlechtert.

Unsere Romeos empfahlen uns, internationalen Druck auszuüben und homophobe Politiker nicht zu schonen. Also, lasst uns geradeheraus sein!

Die moderne Medizin und Psychiatrie sind sich seit Jahrzehnten einig, dass Homosexualität keine Krankheit ist. Dennoch scheint es noch immer, dass die Freiheit schwul zu sein, nicht nur eine Frage von Bildung und Zeit ist. Wir sind ganz sicher, es geht hier um Politik. Das GHI-Ranking korreliert mit der Skala von demokratischen und freien Gesellschaften bis zu autokratisch geführten Ländern mit Menschenrechtsverletzungen.

Politische und religiöse Führer aus aller Welt behaupten, 'traditionelle' Familienwerte zu verteidigen. Sie werfen uns vor, abartig zu sein, unmoralisch zu handeln und einen schlechten Einfluss auf die Gesellschaft zu haben. Zum Beispiel beschuldigen uns religiöse 'Führer' aus Liberia und den USA, Ebola und Erdbeben auszulösen. Sie werfen dem 'dekadenten Westen' vor, schwule Werte in ihre Kultur einzuschleusen, um so ihre Länder zu schwächen und zu zerstören.

Unter den Ländern mit einer Entwicklung zum Negativen, befinden sich Uganda, Kirgisien, der Sudan, Nigeria und Äthiopien ganz vorn in der Liste. All diese Länder sind dafür bekannt, dass selbst grundlegende Menschenrechte kaum beachtet werden. Doch selbst in europäischen Ländern wie Russland, der Türkei und Ungarn sehen wir die gleiche negative Entwicklung.

Aber geht’s den Verantwortlichen dieser Länder wirklich um Homosexualität? Oder nutzen sie sie lediglich, um von den wirklichen Problemen in ihren Ländern abzulenken? Die Geschichte zeigt, dass Tyrannen alles tun, um an der Macht zu bleiben. Besonders einfach ist es, eine wehrlose Minderheit herauszupicken und als Sündenbock zu missbrauchen. Dabei handelt es sich um einen altbekannten, billigen Trick, um von einer verängstigten und ungebildeten Bevölkerung, in der diese schwulenfeindlichen Entwicklungen gefördert werden, Zustimmung zu generieren.

Unserer Meinung nach geht es beim GHI nicht nur um das Glück schwuler Männer. Stattdessen ist er auch ein wichtiger Indikator für die allgemeine Entwicklung von Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit in einem Land. Wir hoffen, dass die Welt in diesen Führern sieht, was sie wirklich sind. Wer Hass gegen Minderheiten predigt, greift damit alle menschlichen Werte an.

Ihre Taten sind weniger ein Zeichen ihrer eigenen moralischen Überlegenheit, sondern das verzweifelte Verhalten von Autokraten, die dringend Zuspruch benötigen. Tatsächlich verweigern sie uns grundlegende Menschenrechte, zwingen Millionen von uns in die Illegalität, schlagen uns, werfen uns in ihre Kerker und bringen uns um.

PlanetRomeo, Mai 2015



"Für einen schwulen Mann in Ägypten ist das Leben die Hölle. In diesem Land werden Schwule gequält, ins Gefängnis geworfen und sogar von ihren eigenen Eltern ermordet."
(Bishoy, 22, Ägypten)